Warum findest du mich gut?


Hey XV,

Wir haben vor einiger Zeit mal über vergangene Zeiten geschrieben und im Zuge dessen kam von dir die Aussage

„Keine Ahnung, frag mich etwas leichteres!“

Habe ich dann auch getan:

„Warum findest du mich gut?“

Lapidare Frage, die man schnell und mit vorgegebenen Antworten abfertigen könnte.

Wenn ich dir jetzt sage, dass deine Antwort auch in so einem vorgegebenen Antwortenkatalog zu finden wäre, weiß ich genau, dass dich das nicht stört. Womit wir wieder bei den Definitionen von Wörtern und Aussagen sind, die für uns eine andere Bedeutung bekommen haben.


Warum findest du mich gut?

Deine Augen.

Was ist mit denen?

Die sind so weich und lieb, egal wie cool du grade rüberkommst.

Irgendwie wusste ich ja, warum du mich gut fandest, du hast es ja oft genug schon gesagt, aber ich wollte es einfach nur noch einmal hören.

Deine Augen – war für mich genug, denn ich weiß was du mir immer wieder über die sagst.

 

Du sagst: „Egal wie sehr du versuchst ein Lachen zu unterdrücken, es beginnt immer an deinen Augen.“

Du sagst: „Huch, was war das? Der Blick war neu.“– wenn sich in mir neue Gefühle in den Vordergrund drängen.

Du sagst: „Ich mag den Glanz in deinen Augen, ab und zu, wenn du mich ansiehst.“

Ich gebe zu – Am Anfang wusste ich nicht recht, was ich davon halten sollte, aber als ich dann ein Paar mal beobachten konnte, wie – ich innerlich in die Luft sprang, als du um die Ecke kamst und dein Grinsen – meistens zusammen auftraten, da wusste ich, dass irgendwas in meinen Augen zu sehen sein muss, wenn sich in mir drin die Gefühle überschlagen.

Du warst die Erste, die mich auf so etwas hingewiesen hat. Ich hab so etwas noch nie zuvor gehört, soweit ich mich erinnern kann, aber seitdem mir klar ist, dass in meinem Augen etwas passiert, wenn in meinem Kopf alles durchdreht – und wenn auch nur du das siehst – dann ist es für mich das Größte, wenn ich von dir höre, dass du mich wegen meiner Augen gut findest.

Du siehst – etwas in denen.

Du siehst – irgendwie durch meine Augen in meinen Kopf.

Als du damals in der Winkelgasse den einen, neuen Gedanken in meinem Kopf, in meinen Augen gesehen hast, bevor ich diesen überhaupt realisiert habe, war ich total überwältigt.

 

Was sind all die Worte dieser Welt, wenn es dir reicht, wie ich dich ansehe? Ich kann nicht sagen, warum das so ist, warum du so in meinen Augen siehst, aber ich weiß, dass du dort das Richtige findest.

Ich finde nur schwer Worte, um dich in diese zu fassen, aber meine Augen, die schaffen das für mich – für dich.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet. Ich kann nicht steuern, wie meine Augen sind.

Ich kann nicht sagen: „Glanz in den Augen – JETZT!, sondern es ist anscheinend einfach da, es kommt durch meinen Kopf.

Du. Siehst. Meine. Augen.

Es ist genug. Es ist einfach genug für uns. Und es ist so viel.

Auch du hast eine Art, durch die dein Körper mir relativ gut sagt, was abgeht.

Dein Atem.

Doch ich muss erstmal diese Zeilen hier verdauen, denn das hat mich doch wiedermal mehr überwältigt, als ich dachte.

 

XVI für XV

 

*klopf*klopf*klopf*

 

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