Du. Bist. Genug.


Hey XV,

Ich weiß noch genau, wie wir damals über ernste Themen gesprochen haben und du auf einmal ganz still wurdest und ich deiner Atmung anmerken konnte, dass etwas nicht stimmt.

 

Ich wusste nicht wirklich, was genau den Anstoß dafür gegeben hat, aber ich spürte, dass ich mich verhalten sollte, wie du es allzu oft in so Momenten bei mir tust: Nicht drängen, dass man mit der Sprache rauskommt. Da ist etwas, das sollte raus und wenn du willst das es raus kommt, dann warte ich hier. Kein Stress!

Also wartete ich.

Irgendwann hast du dann angefangen.

„Ich habe Angst, dass ich irgendwann nicht mehr genug bin.“

Man kann jetzt natürlich lachen und Dinge sagen, wie „Ach quatsch, du wirst immer genug sein.„, lachen und das Thema ignorieren, weil es irgendein Bullshit ist, der eh nicht ernst gemeint ist. Doch ich wusste, anhand deiner Atmung, deiner verkrampften Haltung und dem Fakt, dass du meinem Blick ausweichst, dass dies extrem schwer auszusprechen war für dich und dass du es wirklich ernst meinst.

Wie gehe ich mit dieser neuen Situation um? Wir sind an einem Punkt, an dem du Dinge sagst, die du eigentlich für dich behalten wolltest. Da ist etwas – ganz tief in dir, was noch kaputt ist und was viel Zeit braucht, um wieder zusammen zu kommen. Wie sage ich dir nun, dass du genug bist und immer genug sein wirst?

Überhaupt nicht. Ich glaube nicht, dass ich dir jemals sagen könnte, dass du genug bist. Mehr als das. Das kann man nicht einfach sagen.

„Hey, du bist genug!“ reicht einfach nicht. Was kann ich also tun, um es dir zu zeigen? Immer wieder? In jeder einzelnen Minute?

Das DU!! Du XV es immer wert sein wirst. Du bist genug. Du bist verrückt und anders, aber eben weil du DU bist – BIST du genug. Deine Augen, dein Verhalten, deine Gesten und alles an dir ist genug. Du bist ein wundervoller Mensch und das einzige, was ich dir in diesem Moment sagen konnte war:

„Du bist wunderschön!“

Ließt sich nun, wie totaler Schwachsinn, aber du weißt genau, dass ich so etwas nicht sage.

Also nicht bis selten. Du weißt, was dahinter steckt. Wie schwer es für mich ist, dir in die Augen zu sehen und eben das zu sagen. Es ist immer so, dass ich das denke, aber es zu sagen ist nochmals was anderes.

Du bist wunderschön und du bist genug, aber wie mache ich dir das klar?

Ich kann dich nur immer wieder in den Arm nehmen. Dir sagen, wie wunderschön du bist, ohne es abzunutzen und einfach hoffen, dass die meine Augen oft genug verraten, wie ich dich sehe.

Weißt du, wie wunderschön du bist, wenn ich morgens die Augen aufmache und du da liegst? Wie viel mir das gibt? Ist dir bewusst, wie du durch meine Augen wirkst?

Du machst dir da kein Bild von und es mangelt mir an Worten, dir zu schreiben, wie es ist.

*klopf*klopf*klopf*

Ein Kuss auf die Stirn reicht nicht mehr. Dieser bedeutet mir so viel, aber es reicht nicht. Ich brauchte einen neuen Weg, dir zu zeigen, dass alles an dir mir reicht. Deine Stirn, das dahinter. Macht dich aus – das ist genug. Dreimal auf dir Stirn klopfen und sagen „Du bist genug!“? Warum auch immer, aber das war es, was ich in diesem Moment gemacht habe. Ich kann dir nicht sagen warum dreimal.

Weil einmal Zufall sein könnte, zweimal vielleicht auch und eben dreimal auf jeden Fall Absicht ist? Keine Ahnung. So war es. So ist es und so wird es bleiben, solange du für mich noch genug sein möchtest.

Für mich bist du es!