Hey XVI 2


Hey XVI,

nun eigentlich ist die Sache hier mit dem Schreiben ja dein Ding. Du meinst zwar ich kann das auch, ja sicherlich, Artikel, Sachtexte, aber sowas wie Briefe?

Ne, das ist nicht mein Ding.
Doch ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich dir einfach antworten will oder nein sogar muss. Denn, du sagst immer, ich habe damals deinen Stuhl gefunden, mich hingesetzt und dein Leben besser gemacht. Ich bin mit dir in die Winkelgasse gefahren, habe dir gezeigt, dass nicht alles so schlimm ist wie es ist, das Dinge manchmal einfach richtig sind. Ja, das habe ich getan. Und sollte jemand jemals deinen Blog hier lesen, der in so wie du es dir erhoffst zufällig finden, so soll er auch wissen, dass dies keine Sache ist, die jemand alleine schreibt und hofft, dass sie es liest. Nein, es ist von uns. Unsere Seite. XVXVI. Und du hast mein Leben genauso verändert. Das soll jeder wissen, der es wissen will.
Jetzt sitze ich hier und habe das Bedürfnis dir von meinem Erlebnis zu erzählen. Wir waren viel in meiner Welt unterwegs. Ich habe dich da aufgenommen und dich dazugehören lassen in einer Zeit in der du einfach diesen Halt und diese Flucht brauchtest. Inzwischen hat sich viel geändert, du hast dich geändert. Du bist wieder du und kannst wieder du sein und es ist an der Zeit, dass du zurück gehst. Du möchtest, dass ich mitgehe und dazu gehöre. Ich muss zugeben ich war erst skeptisch. Passe ich da überhaupt rein? Wenn ich ehrlich bin, bin ich immer noch skeptisch.
Aber wir haben es versucht. Der Zeitpunkt war denke ich echt nicht schlecht und auch naja der Ort? Das war schon alles ziemlich tief. Es war sowas wie das kalte Wasser. Nur, dass ich vielleicht einen Schutzanzug anhatte. Das Wasser war ruhig. Ich habe mir das Wasser angucken können ohne, dass es mich sieht. Zu diesem ersten Versuch möchte ich gar nicht viel sagen. Dinge sind in meinem Kopf entstanden, die so nicht richtig sind. Du sagst immer, ich sei ein Angsthase. Und ja du hast recht, aber du weißt inzwischen auch sehr gut warum. Keiner weiß es so gut, denn du verstehst es einfach. Ich fange den Satz an und du verstehst nach zwei Worten, was ich eigentlich sagen will. Also verstehst du auch das.
Es kam also dieser andere Tag. Und ja, ich war nach dem ersten Tag verdammt verunsichert. Wird es genauso wie der erste Tag? Werde ich genauso sein? Wirst du es verstehen oder wirst du es diesmal wirklich falsch verstehen? 

Doch je Näher dieser Tag kam, desto mehr freute ich mich! Auf dich, deine Welt, dein Leben. Auch wenn es erst nur in Kleinformat ist und ein vorsichtiges antasten. Den ersten Schreck und die Gedanken hatte ich überwunden und ich fühlte mich gewappnet und bereit. Ja, wirklich bereit. Für den Abend. Obwohl ich nicht wusste was auf mich zu kommen wird… Denn du hattest dir was in den Kopf gesetzt.’’Ich habe mir etwas überlegt.’’ Und plötzlich war ich wieder nervös. Aber nicht ängstlich. Ich wusste nach dem ersten Tag würdest du nichts machen was mich in die Flucht treibt. Du wusstest, wie schwer es für mich ist. Ich war neugierig und wollte es wissen, doch nein, ich wollte es nicht wissen. Ich blieb also einigermassen ruhig und wartete bis der Mittwoch endlich rum war und ich losfahren konnte. Gott sei Dank, hatte ich einiges zu tun und genug Ablenkung, ich wäre mit Sicherheit die Wände hoch gegangen vor Aufregung.

Schließlich konnte ich -ENDLICH- los.
Die Fahrt zog sich. Aber ich war nicht mehr nervös. Egal was kommen würde, es war mit dir und es würde gut werden. Da war ich mir sicher, also freute ich mich einfach nur auf dich. Es ist egal was es ist solange es mit dir ist. Dann ist alles gut.
Als ich ankam, warst du noch total im Stress… im Stress? Wovon? Warum? Was hat er getan? Als ich vor dir stand sah ich, dass du klitschnass geschwitzt bist. Sicherlich auch zusammenhängend mit dem schwülen Wetter und der Aufregung.

Aber… Was zum Teufel war so viel, dass du so Schwitzen musstest um es vorzubereiten? War es schwer? Groß?

Ich hatte das Gefühl du hast irgendwas aufgebaut. Irgendwo. Aber im Flur konnte ich keine Indizien sehen. Ich beschloss nicht zu neugierig zu sein. Ich werde es ja bald erfahren. Und plötzlich… da war es wieder!

Mein Honigkuchenpferdgrinsen! Auf deinem Gesicht! Unfassbar, gibt es etwas schöneres? Du warst so nervös du hast glaub ich ganz wenig nur mitbekommen. Und ich fand es so schön dich so zu sehen, dass ich es am liebsten nie erfahren hätte.

In der Winkelgasse, da warst du schon das schönste Honigkuchenpferd, doch diesmal war da noch was anderes. Da war ein grinsen, dass mir alles was ich dir gebe zurück geben wollte. Oh dieses Grinsen ist wirklich das schönste, was mir spontan in den Sinn kommt. Die Sonne? Die ist wirklich nichts dagegen. Du bist die Sonne.

Wir sind also zuerst eine Runde laufen gegangen. Es sollte wohl so sein, dass der Bauer sein Heu wenden musste, der Regen sich ankündigte und ich auch noch schlapp war. Du warst unfassbar nervös, das laufen ging dir nicht schnell genug rum und es nervte dich, dass ich es einfach gar nicht wissen wollte. Ich hab dich angeguckt wie du grinst und das war schon genug für mich, alles was kam war nur Bonus. Na gut ich gebe zu, das ein oder andere Mal war es schon die Neugier, wenn ich fragte „Was ist warum grinst du so?“. Natürlich wusste ich genau warum du so grinst. Ich konnte nicht genug bekommen von diesem Anblick!

Irgendwann sagtest du „Das passt ja gut mit dem Regen“, tja und da war es mir klar. Das Bild, das in meinen Kopf kam, als du das sagtest. Ich wusste was du aufgebaut hast, warum du so geschwitzt warst. Und doch hatte ich keine Ahnung.
Wir kamen zurück und gingen Duschen. Mehr gibt es dazu erstmal nicht mehr zu sagen. Und dann war es soweit. Ich war mir sicher zu wissen was mich erwartet. Aber ich wusste nicht, dass es mich so vom Hocker haut.

Ich sollte die Augen schließen. Natürlich tat ich dies. Ich wollte es genießen. Voll und ganz. Du führtest mich also in den Garten. Es roch nach Spiritus. Kurz dachte ich ich sollte was sagen. Aber ich sagte nichts. Es passte in mein Kopfbild.
Ich öffnete also die Augen und…. Es war unbeschreiblich. Ich dachte, im laufe des Textes kommen mir Worte, aber nein. Dafür gibt es keine. Da stand es. Unsere Lori. Mit dem flackernden Feuer und… es war einfach nur ein wunderschöner entspannter beruhigender Anblick. Es war einfach Urlaub. Es ging alles aus. Total entschleunigt. Da waren nur noch Lori, das Feuer, die Stühle und du!
Ich wusste nicht wie ich reagieren soll. Wie reagiert man auf sowas? Danke? Cool? Mir fiel nichts ein, also nahm ich dich einfach in den Arm und hoffte, dass das was ich fühlte zur Geltung kam. Mehr war da einfach nicht zu tun. Es war einfach und jedes Wort hätte es zerstört. Worte von mir, denn du legtest noch nach. „Das ist auch nicht irgendein Zelt, das ist unser Zelt!“ Es ist hoffnungslos. Es war erneut um mich geschehen, wieder mal hast du mich komplett umgehauen. Ohne, dass ich es auf mich zukommen sah.

Nachdem ich mich gefangen hatte wollte ich doch etwas sagen. Wider erwarten sagte ich dir, dass ich mich freue. Neue Situation für mich. Selten sage ich so etwas. Du hast auch nicht damit gerechnet. Ich war einfach nur sprachlos, doch das wollte einfach über meine Lippen. Ich konnte es nicht glauben.
Urlaub. Urlaub mit dir. Mittwochabends. Mitten in.. Wie soll man das sagen? Das versteht doch sowieso keiner.
Wir grillten also. Du hattest dich vorher informiert was ich so mag. Du warst so unsicher im Vorfeld. Unbegründet. Merk dir: Einfach machen. Du kannst nichts falsch machen solang du bist.

Bei mir machst du immer alles richtig. Bei mir bist du immer richtig.

Der Abend…. Er lief so vor sich hin, in Zeitlupe. Vollkommene Entspannung. Ich glaube sowas habe ich noch nie erlebt. Nicht diese Aktion, sondern diese Entspannung mitten im Alltag. Ja, sowas hat auch noch nie jemand mit mir gemacht. Es war unfassbar, unglaublich, unbeschreiblich schön.
Den ganzen Abend war eigentlich Regen angesagt. Doch der kam nicht. Wir spekulierten aus Spaß, dass es anfangen wird sobald wir es uns in Lori bequem gemacht haben und wir dem Regen dann lauschen könnten.

Und wie sollte es auch anders sein. Genau so kam es. Es ist verrückt. Doch es passt einfach. Es passt zu uns. Es ist einfach richtig.
Über den Rest des Abends… Für dich ich kann mir vorstellen du findest es schrecklich. Dich hat es tierisch geärgert dass Lori undicht ist. Aber ich finde es richtig. Perfekt sind wir eben nicht. Und doch. Denn es ist egal was ist, wie es ist und was passiert, XVI. Mir dir ist egal wie es ist, richtig. Und genau so war das richtig. Ich hätte es nicht anders gewollt. Denn ja, ich hatte mich irgendwie drauf eingestellt irgendwo zu sein, wo es eine lange Vergangenheit gibt. Das war im ersten Moment der Garten, das war alt und gleichzeitig durch Lori neu. Unser Ding. Das war für mich kleinen Angsthase die Kombination, die es perfekt macht. Es war neu, es war unsere Lori. Ich war neu in einer alten Umgebung. Ich war neu, aber ich habe mich keine Sekunde fehl am Platz gefühlt, denn Lori ist unser Zelt! Und der Umzug dann war nicht schlimm, das war vollkommen in Ordnung für mich, denn ich hatte nun ein kleines Stück zu dem ich dazu gehöre. Ich gehörte dahin, zu diesem Zelt, zu dir, denn sonst wäre dieses Zelt in deiner Welt nicht unser Zelt geworden. Wenn ich nicht wäre. Ich hatte meinen Platz.
Ja, du hast recht, hier in diesem Text fehlt ein kleiner Satz mit drei Worte. Nein nicht diese Worte! Das wären nicht wir, wenn ich diese Worte einen würde. Drei andere. Doch zu denen bin ich einfach noch zu sprachlos. Das kommt später, versprochen!
Du bist einfach richtig, XVI. Ich weiss nicht, wie viel du von dem verstehst, was du einfach machst und es richtig ist. Du betonst immer, dass ich so viele Dinge unbewusst richtig mache. Lies den vorletzten Absatz nochmal. Du bist darin anscheinend genauso gut wie ich. Es stimmt einfach, es passt einfach.
Und wieder sind es gefühlt 1.000 Wörter und doch kann ich das alles wieder mit einem Wort zusammenfassen.
DU! Du, XVI !


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Hey XVI