Swing Life Away 1


in Hey XV,

ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen, dass du mich besser durchschaut hast, als ich mich selber.

Ich hab versucht, dir zu erklären, was Rise Against mir bedeutet und war der Annahme, du würdest es nicht verstehen.

Mit der Zeit ist jedoch immer mehr durch gesickert, dass du es besser verstehst, als ich mir je zu träumen erdacht habe.

Doch das ist wahrscheinlich ein anderes Thema und ich weiß auch sowieso nicht, wie ich dir das erklären sollte. Was ich dachte und wie überrascht ich von dir dann war.

Ich kann dir nur soviel sagen – und darum soll es in diesem Text hier gehen – dass du etwas, was für mich sehr prägend war, geändert und für dich beansprucht hast. Wobei hier beanspruchen sicher das falsche Wort ist, aber du hast es geschafft, dass ich nicht mehr Rise Against hören kann, ohne an dich zu denken.

Naja, eigentlich kann ich keine Musik mehr hören, ohne an dich zu denken, weil irgendwie passt immer was zu dir.

Doch zurück zum Thema.

Dieses Erlebnis ist eins von der Sorte, die man nie vergisst:

Es war im November 2006. Ich war bei einem Freund und nebenbei lief eine Musik DVD von einer Band, die ich bis dato noch nicht kannte. Diese Band war Rise Against. Ich war irgendwie sofort gefesselt von der Musik, doch als dann zum ersten Mal Ready to Fall kam, war es um mich geschehen!

Damit hatten sie mich. Ich glaub, bis dahin hatte ich keine Lieblingsband (mehr). Die Ärzte (aaaauuuus Berlin) haben mich sehr geprägt, da es in meiner Jugend hieß: Ärzte, oder Hosen.

Ich war irgendwie immer ein Ärzte Typ und so war es nur logisch, dass mein erstes Konzert ein Ärzte Konzert war. Doch mit der Zeit habe ich mich immer weiter von denen entfernt. Bin ja auch älter geworden.

2006 hat es dann wieder eine Band geschafft, dass ich sie liebe!

Da meine Folgezeit, lebenstechnisch nicht die Beste war, etablierten sich die Jungs in einer Zeit in meinem Kopf, zu dem ich sehr viel Halt brauchte, den ich in ihren Texten gesucht und gefunden habe.

Blood to Bleed und Give It all sollen nur zwei Beispiele sein. (Beide wahrscheinlich nichts für dich da sie zu sehr brettern 😉 )

Grade Blood to Bleed war für mich irgendwie sehr passend.

Da diese Songs jedoch sehr bretterten, war ich dabei nie wirklich in einer schlechten Stimmung. Anders bei dem Akustik Song Swing Life Away.

Dieser Song war für mich der negativste dieses Planeten und ich fühlte mich so bestätigt, in all meinen schlechten Gefühlen.

Ich ging darin auf, in diesem Lied unter zu gehen.

Es war eine Phase, in der ich nur Rise Against gehört habe. (O.K. und How to save a Life von The Fray – da sie …Lost a Friend… gesungen haben und es nicht passender hätte sein können)

Und wenn ich ganz unten war, hat eben diese Musik mich wieder nach oben geholt.

Swing Life Away hat sich zu einem Lieblingslied gemausert. Es war für mich so passend negativ, dass ich keine Fragen gestellt habe.

Dann bist du in mein Leben getreten.

Oder besser: dann hast du dich in mein Leben gesetzt. Da passt man einmal nicht auf und lässt eine Tür in seiner Festung offen und schon schleichst du dich rein und setzt dich einfach auf den freien Stuhl, den ich erstmal niemandem mehr anbieten wollte.

Da warst du also und irgendwann haben wir dann zusammen Musik gehört und ich hab dir von Swing Life Away erzählt und das dieser der traurigste Song dieser Welt ist, mich jedoch oft gerettet hat.

Du hast dir den Song öfter angehört und mir dann gesagt, dass er gar nicht negativ ist!

 

„Also ich denke, dass das Lied grundsätzlich schon nen traurigen Hintergrund hat. Beziehungsweise der, der es singt oder um den es geht einiges erlebt hat, nicht coole Sachen – viel Scheisse und auch ein bisschen hat alles laufen lassen. Aber er hat erkannt, dass es nicht alles gut lief und läuft und er einfach in sich gehen und weiter kommen muss, dass er es in der Hand hat zu gehen und was besseres aus seinem Leben zu machen. Aber er weiß auch, er schafft es nicht alleine – dass er jemanden braucht, der seine Hand hält – dass er, egal was war, trotzdem Menschen vertrauen muss, um voran und dahin zu kommen, wo dann die Sonne immer scheint. 
Er hat es erkannt und das ist der erste Schritt dazu, dass alles besser wird.

I’ve been here so long think that it’s time to move
Und natürlich:

Let’s unwrite These Pages 😉 
Er hat es in der Hand! Und genau das ist es, warum es für dich positiv sein muss!

Du hast es dir ausgesucht:

Let’s unwrite these Pages and replace them with our own Words!

und nicht:

Let’s compare scars and I tell you whose is worse!

Das eine ist Stillstand und das andere ist Fortschritt!“

 

Du hast mir meinen Blick wieder gerichtet. Mein Lieblingslied von – meinem Lieblings-Schlechte-Laune-Song – zu einem Lied gemacht, dass mich an alles erinnert, was mal war, was schlecht war, aber auch daran dass ich es selber in der Hand habe, Sachen zu ändern.

Let’s unwrite these Pages and replace them with our own Words!

Lass uns dies gemeinsam tun!

Du hast mich verstanden, bevor ich es getan habe. Du nimmst mich an die Hand und wir zeigen uns gegenseitig die Sonnenseite des Lebens. Ich freu mich drauf. Ich bin dir unendlich dankbar für all das. Du bist Musik für mich. Es gibt kaum Titel, die nicht einen Teil haben, bei dem ich nicht an dich denken muss.

Ich war auf einem Festival und habe die Musik genossen! Ich wollte aber auch immer wieder Videos drehen, einfach nur um Momente mit dir zu teilen, weil du nicht an meiner Seite warst. Normal würde ich die Augen schließen und den Moment leben, aber ich wollte, dass du trotzdem irgendwie dabei sein kannst.

Darum habe ich, als Rise Against Swing Life Away für uns gespielt hat – mit Tränen in den Augen – ein Video für dich gemacht, welches ich dir nun hier zeigen möchte.

Du weißt, was es mir nun bedeutet und ich weiß, dass du verstehst!

Danke

RISE AGAINST _Swing Life Away from XV XVI on Vimeo.

*klopf*klopf*klopf


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